Bildung als Chance zur Selbsterfahrung: Der Bundesverband Österreichischer Elternverwalteter Kindergruppen (BÖE) feiert im Herbst 2013 sein 25-jähriges Jubiläum. Fast genauso lang bildet der BÖE BetreuerInnen von Kindergruppen aus. Im Frühjahr 2014 startet unser nächster Bildungszyklus.
Mehr als 6.000 Kleinkinder in Österreich werden in über 400 Elternverwalteten Kinder- und Spielgruppen betreut. Das sind neben öffentlichen und privaten Kindergärten die meisten institutionellen Betreuungsplätze für Kleinkinder in Österreich, die in einem Landesverband bzw. in einer bundesweiten Interessensvertretung (BÖE) vernetzt sind.
Während sich im
Deutschland der Siebzigerjahre Kinderläden als alternative Betreuungsform
entwickelten, erfasste Österreich eine ähnliche Bewegung. „Die ersten
Kindergruppen sind damals in den größeren Städten gegründet worden. Mütter und
Väter haben das pädagogische Wort ergriffen und auf selbstverwalteter Basis
kleine, familienähnliche Betreuungsorte eingerichtet“, erläutert Grete Miklin.
Sie wirkt seit Ende der 1990er Jahre beim BÖE in der Entwicklung der
Fortbildung zum Kindergruppenbetreuer mit. Diese neue Betreuungsform spricht Kindern
Freiheit und Selbstverantwortung zu – was damals keine Selbstverständlichkeit
war!
BÖE-Bildungszyklus
Mit zunehmender
Professionalisierung der selbstverwalteten Einrichtungen entstand Ende der
1980er Jahre das Bedürfnis, all die Erfahrungen und Erkenntnisse der
Pionierzeit als Ausbildungsinhalte zu definieren und mit reformpädagogischen
Inhalten zu verknüpfen. Die Lehren und Ideen von Maria Montessori, Rebecca und
Maurizio Wild, der Stadt Reggio wie auch des Franzosen Célestin Freinet fanden
Eingang in das Leitbild der Kindergruppen, den „Anderen Umgang“. Er beruht
auf Partnerschaft und Gleichwürdigkeit von Kindern und Erwachsenen und ist
die Grundlage des BÖE-Bildungszyklus, der Ausbildung zum Kindergruppenbetreuer.
Hintergrund aller
Bildungsaktivitäten ist das gleichberechtigte Verhältnis aller Beteiligten
einer Kindergruppe. Bildung wird als Chance zur Selbsterfahrung, als
Bewusstseinsbildung verstanden, die für niemanden, der mit Kindern zu tun hat,
je abgeschlossen sein kann. Dafür sind zum einen der Erwerb von praktischen und
theoretischen Grundlagen in der Arbeit mit Kindern und zum anderen die
Reflexion der Praxis, der Erfahrungsaustausch und die Selbsterfahrung
notwendig.
Der BÖE-Bildungszyklus ist die einzige Ausbildung in Österreich, die
bundesländerübergreifend in diesem Bereich anerkannt ist und bietet jeweils
einer kleinen Gruppe zukünftiger KindergruppenbetreuerInnen in 20 Monaten eine
fundierte Ausbildung, die sich aus 18 Wochenendseminaren, verpflichtetem
Literaturstudium und einem Abschlussprojekt zusammensetzt. Weitere
Voraussetzung ist berufsbegleitende Praxis in Form eines Praktikums oder einer
Anstellung in der Höhe von mindestens 10 Wochenstunden. Dies gewährleistet die
ständige Reflexion und Ver-Arbeitung des Gelernten. Die TeilnehmerInnen werden
von den BÖE-MitarbeiterInnen durch die Ausbildung begleitet. Der nächste BÖE-Bildungszyklus startet am 4.
April 2014. Bewerbungen unter den genannten Voraussetzungen können bis 15. März
2014 berücksichtigt werden. Der BÖE wird seit über 20 Jahren vom
Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend gefördert.
Nähere Informationen:
BÖE – Bundesverband Österreichischer Elternverwalteter Kindergruppen
Grete Miklin
Web: www.kindergruppen.at
E-Mail: boe@aon.at
Tel: 01 409 66 04
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